Praktikum auf BestellungDirk Schuhmacher hat sich nach dem Jurastudium mit einer internationalen Praktikumsbörse selbstständig gemacht.
Generation Praktikum, aber ja doch! Dirk Schuhmacher hat sich mit einer einfachen Idee selbständig gemacht: Er vermittelt Praktika in Südamerika und China. Der Laden brummt: Von Januar an ist auch Australien im Angebot.
„Heute kommt eine Kundin in Shanghai an, deshalb lege ich eine Sonderschicht ein“, sagt Dirk Schuhmacher. Es ist Samstagvormittag, der 33-jährige hängt in seinem kleinen Bamberger Büro an der Strippe. Positive Rückmeldung – hat alles geklappt. Dirk Schuhmacher legt auf, lehnt sich zurück. Wieder ein erfolgreich vermitteltes Praktikum. Eines von inzwischen fast hundert jährlich.
Keine Frage: Der Laden brummt. Dirk Schuhmacher, der Mann hinter der „OLE Praktikumsbörse“, hat mit seiner Geschäftsidee den Nerv der Zeit getroffen. Während seiner Schul- und Studienzeit selbst regelmäßig im Ausland, kam ihm beim Praktikum in Ecuador die Idee zur Praktikumsbörse. „Ich habe damals erlebt, wie schwierig es sein kann, ein qualifiziertes Praktikum im Ausland anzutreten“, erklärt der Heidelberger. Nur wenige Monate später hatte er erstmals einige Kumpels mit wertvollen Tipps versorgt. „Damals dachte ich: Eigentlich kannst du so was auch anderen anbieten, professionell“, erinnert sich Dirk Schuhmacher.
Schuhmachers Dienste sind inzwischen sehr gefragt. Für einen Fixpreis zwischen 275 und 425 Euro vermittelt der 33-Jährige ein Praktikum in Shanghai oder Südamerika; seine Kunden wählen das Zielland und die Branche, in der sie arbeiten wollen. Gegen Aufpreis vermittelt Dirk Schuhmacher einen Sprachkurs sowie die Unterkunft in einer Gastfamilie – alles dank seiner Kontakte und mithilfe seiner Mitarbeiter vor Ort. Diese Kontakte, davon ist Schuhmacher überheranzukommen. In Shanghai etwa gebe es kaum einen Wohnungsbesitzer, der kürzer als ein Jahr vermiete.
Zielstrebige StudentenDirk Schuhmacher selbst ist vor sechs Jahren mit nur vagen Vorstellungen davon, was ihn in seinem Praktikum erwartet, nach Ecuador gekommen. Das können sich die Studierenden heute nicht mehr leisten. Viele seien sehr zielstrebig, stünden unter unheimlichen Druck und hätten einfach nicht mehr die Zeit und den Mut, einfach nach Südamerika oder China zu fliegen, sagt der Jungunternehmer: Nun können sie sich auf ihre Klausuren konzentrieren - und wir machen den Rest."
Allerdings ist die OLE-Praktikumsbörse kein Reisebüro“. Flug und Visum müssten die Kunden schon selbst organisieren – auf jeden Fall rechtzeitig. Denn Dirk Schuhmacher vermittelt oft schneller, als die Botschaft eine Aufenthaltserlaubnis herausschicken kann: Meistens muss das Praktikum schon einen Monat nach Abgabe der Bewerbungsunterlagen begonnen werden.
Von Januar 2008 hat hat Dirk Schuhmacher auch Australien im Angebot. Dem Praktikumsdienstleister werden dann zwei neue Mitarbeiter zur Seite stehen und Stellen vermitteln, von morgens bis abends. Vormittags ist China dran, nachmittags Südamerika. Zwischendurch werden Kundenanfragen aus Deutschland bearbeitet.
Ganz klar: Dirk Schuhmacher ist ein Profiteur der „Generation Praktikum“, die durchaus akzeptiert hat, dass Arbeitserfahrung im Ausland mittlerweile dazugehört. „Die Leute machen eine unglaubliche Entwicklung durch und lernen Land und Leute so richtig kennen." Dazu komme die interkulturelle Kompetenz. Die Zukunftsmärkte liegen seiner Meinung nach in Südamerika und China, „und wer dank seines Praktikums mit der Mentalität der Menschen dort umgehen kann, spart sich später ein teures Seminar.“
Dirk Schuhmachers Praktikumsbörse und ein lesenswerter Blog steht unter www.ole-praktikumsboerse.de im Netz.
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