OLE-Blog: Alles zum Thema Praktikum im Ausland

17.03.2008

Verkehr in Shanghai

Zur Zeit ist unser Teilnehmer Matthias W. in Shanghai. In seinem zweiten Beitrag aus Shanghai berichtet er über "Verkehr in Shanghai". Wenn Sie sich direkt an Matthias wenden möchten, schreiben Sie uns, damit wir Ihr Anliegen an ihn weiterleiten können.


In Shanghai hat man grundsätzlich alle Möglichkeiten sich fortzubewegen. Da die meisten eher nur für relativ kurze Zeit hier sein werden, scheiden Auto, Motorrad und Fahrrad aus. Es bleiben dann noch alle öffentlichen Verkehrsmittel, Taxis und die eigenen Füße.

Zu Fuß in Shanghai
Das ist an und für sich kein Problem da es überall Fußgängerwege gibt. Problematisch wird es allerdings beim Überqueren von Straßen. Hier ist nämlich der Fußgänger in jeglicher Hinsicht das schwächste Glied im Straßenverkehr. D.h. er kommt zum Schluss. Das wird vor allem dann zum Problem wenn man nicht aufpasst und einen die Rechtsabbieger über den Haufen fahren, da sie ja Vorfahrt haben. Gleichzeitig ist auch die rote bzw. grüne Ampel in keinster Weise eine Garantie für irgendwas, wohl eher eine gut gemeinte Empfehlung. Also: Augen auf!

Metro
Am Anfang besorgt euch die Metrocard, denn dann erspart ihr euch das lästige Anstehen am Schalter Zudem gilt sie in allen Taxis, Bussen und glaub ich sogar bei Mc Doof. Tipp: Man kann diese Card nicht überall kaufen. Am besten Daisy (Betreuung vor Ort) fragen.
System ist ganz einfach: Zum Drehkreuz, Karte auf markierten Bereich legen durchgehen, beim raus gehen gleiches Spielchen (hier wird dann Geldbetrag abgebucht). Aufladen der Card ist an allen Schaltern möglich. Card und Geld hinhalten, die checken dann schon was ihr wollt.
Die Metro ist zu Stoßzeiten sicherlich nicht jedermann/fraus Sache, denn sie ist extrem voll. Grade am Anfang habe ich mir da schon gedacht: „Wie soll ich da bei meiner Haltestelle wohl rauskommen!“ Aber bis jetzt habe ich es immer geschafft und auch noch nie mitbekommen das einer drin bleiben musste. Einfach durch leichtes Drücken dem Vordermann klar machen was man will. Wichtig: LEICHT! Rüpel sind hier nicht so gern gesehen. Dementsprechend verhalten sich die Chinesen auch meist vorbildlich. Die Haltestellen sind alle auf Englisch. Auch werden sie in den Wagen per LED-Anzeige angezeigt und durchgesagt. Meist auch auf Englisch.
Wer wie ich in dem Appartement naher der Xinzhuang Rd wohnt, wird jeden morgen ein lustiges Spektakel erleben: Man muss dazu wissen, dass das die erste Station der Linie 1 ist, die Wagen also noch leer sind. Sobald der Wagen hält, stürmen dann die eigentlich doch eher ruhigen Chinesen hinein und versuchen die Sitzplätze zu erhaschen. Dann gibt es noch andere, die direkt vor der Wagontüre warten, um im nächten Wagen dann die heiß begehrten Sitzplätze zu bekommen. Oft ist es dann nicht so einfach an denen vorbei zu kommen. Sie haben offensichtlich Angst, dass man mit ihnen um die Plätze im nächten Wagon konkurrieren will, anstatt einfach noch auf nem „billigen Stehplatz“ noch schnell mitfahren will. Immer wieder witzig – Ich freu mich jeden Tag drauf!

Taxi
Taxifahren ist für alle, die der chinesischen Sprache mächtig sind, eigentlich kein Problem. Für alle anderen, auch nicht, man muss sich in gewisser Hinsicht nur ein wenig vorbereiten. Das heißt, dass ihr die Adresse des Zielortes in chinesischer Schrift vorliegen haben müsst, ohne: No way! Wichtig: lasst euch auch die Adresse von euer Wohnung aufschreiben, sonst kommt man nach 22:30 nicht mehr Heim (bis dahin fährt die Metro)
Wenn ihr das berücksichtigt, dann kann auch nicht so viel schief gehen. Alle Taxis haben ein Taxometer was natürlich angeschaltet sein sollte. Es wird zum einen der laufende Fahrpreis, beginnend mit dem Grundpreis (tagsüber 11 RMB nachts 14 RMB, wird auf die gefahrenen Km angerechnet)angezeigt. Zum anderen noch eine Anzeige aus der sich der Fahrpreis ermittelt: Oberste Zeile: Multiplikationsfaktor für Fahrpreis (ändert sich nach ca. 10 km, ist normal und kein Betrug), darunter die Kilometer und dann noch in der letzten Zeile die Zeit, in der das Taxi steht. Das geht dann nach laufender Meinung meistens gut. Betrug ist selten da die meisten Taxifahrer ziemlich Schieß haben ihren Job zu verlieren und riskieren deshalb lieber nichts. Schlimmstenfalls fährt er halt nen kleinen Umweg, aber das ist angesichts der niedrigen Preise kein riesen Ding. Bezahlt wird wahlweise bar oder mit der Metrocard.

Bus
Da ich den nicht so oft benutze, kann ich dazu nur wenig sagen: Bezahlt wird üblicherweise mit der Metrocard. Wo es einen Busplan gibt, weiß ich net. Daisy fragen. Ansonsten kommt man mit der Metro fast überall hin und man ist auch von den Staus unabhängig.

Zum Schluss: Nicht alles so ernst nehmen, und anstatt zu schimpfen lieber einmal in sich hinein schmunzeln. Wir in Deutschland sind auch nicht perfekt. Welches andere Volk wartet sonst noch um vier Uhr morgens an der Fußgängerampel auf Grün ;-)

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