OLE-Blog: Alles zum Thema Praktikum im Ausland

26.03.2008

Essen in Shanghai

Unser Teilnehmer Matthias W. berichtet hier über seine Erfahrungen in Shanghai. Mit seinem Erfahrungsbericht aus Shanghai am 07.03.2008 schilderte er lebhaft seine ersten Tage vor Ort. Nicht minder spannend zu lesen ist seine Sicht der Dinge über den "Verkehr in Shanghai". Heute dreht sich alles um die kulinarische Gaumenfreude: Essen in Shanghai.

Tja, früher oder später wird man sich in Shanghai auch mit der Chinesischen Küche auseinandersetzen müssen. Sei es voller Neugierde und Vorfreude oder aber eher gezwungener Maßen weil Muttis Carepaket alle ist, man nach zwei Wochen keine Burger, Pommes oder Pizzen mehr sehn kann, oder es in der Firma nur chinesisches Essen gibt.

Der eine oder andere wird sich sicher ein wenig schlau gemacht haben. Der Tenor dessen was ich so gehört habe war eine Mischung aus: Ganz anders als in den China-Restaurants in Deutschland gepaart mit Schauergeschichten über Affenhirn oder anderes lebendiges Essen bis hin zu Versprechen die ich allen Tierliebhabern geben musste nur ja keine Hunde zu essen. Klar, ich war jetzt natürlich gespannt, was man mir hier so auftischen würde, aber die kulinarische Vorfreude hielt sich eher in Grenzen.

Als ich dann das erste Mal hier von Daisy (die Betreuerin vor Ort) zum Essen mitgenommen wurde, schossen mir wieder all diese Gedanken in den Kopf. „Was mach ich dann wenn da jetzt so ein gegrillten Hasso vorsetzen oder auf meinem Teller noch alles krabbelt!?“ Als dann der Ober das Essen brachte, war ich erstmal erleichtert, da alles sehr essbar aussah und nach den ersten Bissen extrem begeistert.
Mann, wieso hat mir niemand gesagt, dass das Essen hier so verdammt gut schmeckt!!??
Mittlerweile (nach ca. drei Wochen) habe ich doch schon sehr viele Gerichte probiert. Sei es in Restaurants oder hier in der Firma und ich muss sagen, dass 90% der Sachen wirklich sehr gut schmeckt. Das liegt vor allem auch daran, dass Arbeitskräfte hier sehr billig sind und alles frisch gemacht wird. Besonders die verschiedenen Nudelgerichte haben es mir angetan. Da kann der Italiener um die Ecke einpacken!
Sicher, das ein oder andere Mal kommen schon Sachen auf den Tisch die nicht so lecker anmuten. Also entweder Tiere oder Teile von Tieren die ich noch nie gegessen habe und mir auch nie erträumt hätte das jemals zu probieren. Tipp: Nicht dran denken und probieren. Meistens ganz lecker. Auch wenn es nicht schmeckt, hat man doch was zu erzählen.

Dann ist da noch das Stäbchenproblem. Tipp: zu Hause schon mal üben. Dann geht’s schneller und man zieht nicht so viele mitleidige Blicke auf sich! Auch sollte man es vermeiden zu viel Soße in seinen Reis zu kippen, das macht es für unsereins fast unmöglich das per Stäbchen in den Mund zu befördern. Leider ist das Essen hier nicht immer (wie wir es von chinesischen Restaurants gewohnt sind) mundgerecht geschnipselt. Oft kommt es vor, dass gerade Fisch als Ganzes serviert wird. Dann mit den Gräten zurecht zu kommen ist nicht ganz einfach und wird oft zu einer unappetitlichen Angelegenheit.

Zum Thema Tischmanieren ist zu sagen, dass es hier nach unserem dafürhalten keine gibt. Da die Chinesen Stille als unangenehm empfinden wird beim Essen doch gern mal geschlürft und geschmatzt. Das ist hier völlig ok. Auch werden Knochen und Gräten, direkt vom Mund auf den Tisch befördert. Mutti wäre entsetzt! Es ist in der Tat ein wenig gewöhnungsbedürftig. Meiner Meinung nach sollte man es aber mit der Imitation dieser Gewohnheit nicht übertreiben, denn erstens wissen viele Chinesen dass es bei uns anders ist und zweites läuft man dann Gefahr die ein oder andere Grenze des guten Geschmacks zu überschreiten. Also lieber mal etwas lauter auf dem Gemüse rumknabbern als fröhlich durch die Gegend rülpsen.

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