China: Zu Fuß unterwegs in Shanghai
Wer in Shanghai zu Fuß unterwegs ist, sollte gut auf sich aufpassen. Auf Fußgänger wird keine Rücksicht genommen.
Normalerweise versuche ich immer, eine fremde Stadt möglichst zu Fuß zu erkunden, weil mir dadurch genügend Zeit bleibt, an schönen Stellen zu verweilen und den Ort zu genießen. Das funktioniert auch im verkehrsdichten Shanghai ganz gut, solange man nicht versucht, eine vielbefahrene Straße dann zu überqueren, wenn das grüne Signal dafür noch nicht angezeigt wird. Ein solcher Versuch kann schnell gefährlich werden. Hilfreich für Fußgänger sind deshalb die modernen Ampeln, die mit Leuchtdioden und Countdown-Zeitanzeigen ausgestattet sind. Der an der Kreuzung wartende ungeduldige Fußgänger kann darauf direkt ablesen, wie lange die Rot- oder Grünphase noch dauern wird.
Mittlerweile ist auch die Stadt Hamburg von den Ampeln aus China so sehr begeistert, dass diese nun in der Hansestadt getestet werden. Aber nicht jeden überzeugen die Countdown-Ampeln. In der Wochenzeitung DIE ZEIT vom 9. November zitiert der Autor Marcus Krämer in seinem Artikel „Lernen von Shanghai“, dass der ADAC fürchtet, die Ampeln aus Shanghai verführten die deutschen Verkehrsteilnehmer zu einem „Rallye-Verhalten“ wie beim Formel-1-Start.
Es bleibt abzuwarten, wie erfolgreich sich die neuen Ampeln im Hamburger Verkehrsalltag erweisen werden. Wer aber in Shanghai zu Fuß unterwegs ist, der ist dankbar für die verkehrstechnische Hilfe.
Labels: China

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