Argentinien: Hundeausführer in Buenos Aires
Wer keine Zeit hat, selbst seinen Hund Gassi zu führen, engagiert professionelle Hundeausführer. Zu diesem Job braucht man Kraft, Übersicht und Autorität.
Bislang hielt ich professionelle Hundeausführer für eine New Yorker Spezialität. 1999 sah ich sie zum ersten Mal auf dem Weg zum Central Park, wie sie mit bis zu 10 Hunden im Schlepptau für die tägliche Bewegung der Vierbeiner sorgten. Seitdem war ich nicht mehr in New York, und auch in keiner anderen Stadt konnte ich die ungewöhnliche Szene beobachten, wie Hundeausführer versuchen, eine Hundemeute in eine Richtung zu lotsen.
Das änderte sich aber in Buenos Aires. Bereits auf dem Weg vom Flughafen in die Stadt begegneten sie mir wieder: Hundesausführer, die wie ein Schneepflug im Winter mit ihren Hunden vornweg sich ihren Weg durch Fußgänger und Verkehr zum nächsten Park bahnen.
Ganz aktuell hat auch Peter Burghardt in der Wochenendausgabe der Süddeutschen Zeitung vom 11. November 2006 auf Seite 13 über die Hundeausführer berichtet. Er meint, dass „eine ausführliche Runde mit 20 Leinen durch Parks und Avenidas Dribbelstärke, Gefühl für Rhythmus und pädagogisches Verständnis für Neurosen, deren Ursachen eventuell in der Hundekindheit, qualmenden Bussen oder dem Über-Ich des Besitzers verborgen liegen, verlangt.“
Meiner Einschätzung nach benötigt dieser Job aber noch eine Reihe weiterer Voraussetzungen, nämlich vor allem Kraft, Übersicht und natürliche Autorität, um ein Rudel fremder Hunde sicher durch die Stadt zu führen.
Labels: Argentinien

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